Pfarrstelleninhaber/in

 

 

Pfarrerin: Karin Becker

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„Jetzt fahre ich das Heu ein, und die Fuhre ist groß“

 

 

Wackernheimer Pfarrerin Becker feiert 25jähriges Ordinationsjubiläum

 

 

 

„25 Jahre sind kein Pappenstiel“, diese Feststellung von Wackernheims evangelischer Pfarrerin, Karin Becker, anlässlich des Festgottesdienstes zu ihrem 25. Ordinationsjubiläum, kann wohl jeder nachvollziehen, der über ein Vierteljahrhundert in seinem Beruf gearbeitet hat, bereits so lange verheiratet ist oder über diesen Zeitraum ehrenamtlich engagiert war.

 

 

 

Für einen Pfarrer bzw. eine Pfarrerin bedeutet eine derartige Zahl an Berufsjahren nicht nur, dass er oder sie nicht nur eine Vielzahl von Aufgaben, von der Seelsorge, die Verkündigung, den Schul- und Konfirmandenunterricht bis hin zur Verwaltung einer Kirchengemeinde mit ihren Beschäftigten, Besitztümern und Gebäuden bewältigen musste, sondern auch – das betonte die Dekanin des Evangelischen Dekanates Ingelheim, Annette Stegmann – „diese Zahl steht für ein Leben, in dem um den christlichen Glauben gerungen wird“.

 

 

 

Was lässt einen Seelsorgenden diese lange Zeit, die meist mit viel Arbeit und wenig Freizeit verbunden ist, durchstehen? Pfarrerin Becker hatte in ihrer Predigt von der Kanzel der bis auf den letzten Platz gefüllten Wackernheimer Kirche dafür folgende Antwort: „Das Bibelstudium – das ist für mich eine Denk- und Glaubensoase“.

 

Und natürlich ist da für Karin Becker, die 1991 unweit von Wackernheim in Heidesheim in ihr Amt ordiniert wurde, auch noch die Musik . Mit diesem selbst gewählten Schwerpunkt, gelingt es der im thüringischen Worbis  geborenen Theologin, so Dekanin Stegmann, nunmehr seit 25 Jahren auf ganz besondere Weise Gottes Wort zu verkünden.

 

 

 

Kein Wunder also, dass die Musik bei ihrem Jubiläumsgottesdienst ,­ neben einer systematischen Einführung zu Ursprung und Bedeutung der Ordination für den Pfarrberuf durch den langjährigen Wackernheimer Pfarrer (1979­­–2003), Hans-Jürgen Schmutzler ­– eine gleichberechtigte Rolle spielte. Das Bläserensemble BACHblech und der brillante Solotrompeter David Jarquin waren mit ihren Stücken in der hervorragenden Akustik der Wackernheimer Kirche ein wahrer Ohrenschmaus. Gastorganisten, wie Wolfgang Reimann, Norbert Gubelius und Juliane White, gaben Kostproben ihrer Kunst. Und auch die Gottesdienstbesucher kamen unter der Anleitung von Dekanatskantor Gubelius auf ihre ganz persönlichen musikalischen „Kosten“, indem sie den vierstimmigen Choral „Wohl denen, die da wandeln“ von Johann Schütz einüben durften.

 

 

 

Dieses von einem Namensvetter, der Pfarrerin, Cornelius Becker, zu Beginn des 17. Jahrhundert nach dem Text des 119. Psalms gedichtete Kirchenlied bildete vier Mal eine - eine eindrucksvolle ­– Unterbrechung von Karin Beckers Predigt, die in ihrer Rede u.a. von ihren nicht ganz einfachen Berufsanfängen in der ehemaligen DDR berichtete: „Mir hat damals niemand empfohlen Pfarrerin zu werden. Diese Entscheidung muss in jedem reifen, denn dieses Amt kann ebenso erfüllend, wie manchmal quälend sein“.

 

 

 

Rückblickend schaut die Theologin jedoch mit Stolz auf ihren 25jährigen Dienst, auf ihre vielen Erlebnisse und Begegnungen in den zahlreichen Gemeinden, in denen sie als Seelsorgerin wirkte. „Jetzt fahre ich das Heu ein“, resümmierte sie, „und die Fuhre ist groß“. Seit März 2016 Pfarrerin in Wackernheim zu sein, für dieses Geschenk auf der Zielgeraden ihres Lebens, sei sie dankbar und freue sich, „so Gott will auf noch weitere zehn Jahre. Ich werde das Meinige dazu tun. Es gibt also allen Grund zu feiern. In Gottes Namen, Amen“. Nachdem zum Abschluss noch ein Grußwort zu Karin Beckers Ordinationsjubiläum von Propst i.R. Helmut Kern verlesen worden war, machten sich die Wackernheimer Gemeindeglieder zusammen mit den zahlreichen aus nah und fern angereisten Gottesdienstgästen im Anschluss an die Feier auf den Weg in das evangelische Gemeindehaus Wackernheims, um hier bei Kaffee und Kuchen den Tag angemessen feierlich ausklingen zu lassen.

 

 

 

 

Ein Neubeginn im Vertrauten

 

 

 

 

Die Evangelische Kirchengemeinde Wackernheim hat mit Karin Becker eine neue und doch gut bekannte Pfarrerin.

 

 

„Es ist eine wirklich glückliche Fügung“, begann Pfarrerin Karin Becker, ihre Predigt anlässlich des Festgottesdienste zur Einführung  in ihr neues Amt. Ab dem 1. März 2015 hat sie neben einer halben Stelle im Dekanat als "Vertretungspfarrerin" die halbe Gemeindepfarrstelle in Wackernheim übernommen, die bis dahin von der in den Ruhestand verabschiedeten Pfarrerin Vera Eichner-Fischer in der Evangelischen Gemeinde Wackernheim versorgt worden war. Mit Blick auf die gut gefüllten Kirchenbänke und die zahlreich erschienenen Gläubigen erklärte die Theologin: „In aller Bescheidenheit und mit Achtung vor dem Wirken meiner Vorgänger und Vorgängerinnen, werde ich eigene Akzente setzten und gern auf Bewährtes zurückgreifen, und nun stehe ich hier und sehe sie, die mir anvertraut sind. Ich sehe sie voller Freude und Dankbarkeit und auch voller Neugier, was wir gemeinsam bewirken können. Und ich verspreche ihnen, wir werden uns der Realität stellen – mit beiden Füßen auf dem Boden“.

 

Es war ein festlicher, von viel Musik geprägter Gottesdienst, mit dem die Wackernheimer ihre neue Pfarrerin empfingen. Und sie ist in der rheinhessischen Gemeinde keine Unbekannte, denn 1991 war Wackernheim  für die aus Thüringen stammende Karin Becker die erste Station nach abgeschlossenem Theologiestudium und Lehrvikariat auf dem Weg zum praktischen Pfarrersein. Deshalb ist die Übernahme der dieser Pfarrstelle für Pfarrerin Becker, nachdem sie u.a. in der Evangelischen Kirchengemeinde Gensingen-Grolsheim und lange Jahre in Appenheim, Nieder- und Ober-Hilbersheim gewirkt hat, etwas ganz Besonderes.

 

Es ist ein "Neubeginn im Vertrauten“, wie es der Vorsitzende des Wackernheimer Kirchenvorstandes, Birger Beck, zu Beginn des Gottesdienstes ausdrückte. Und die Dekanin des Evangelischen Dekanates Ingelheim, Annette Stegmann, gab Pfarrerin Becker in ihrer Festansprache mit auf den Weg: „Jetzt gilt es, diesen Ort neu zu entdecken, noch einmal zu entdecken, sich nieder zu lassen, sich einzulassen, sich einzubringen mit Herz und Verstand“.

 

Die Pflege der Kirchenmusik,  welche an diesem Nachmittag in der Wackernheimer Kirche so virtuos erklang – dargeboten vom Wackernheimer St.-Martin-Quartett, der Organistin A. Gubarkova, die außerdem als 1.Violine im St.Martinsquartett brilliert, der Oboistin Anna Villiger und der Mezzo-Sopranistin Melanie Jäger-Gubelius, begleitet von ihrem Mann, Dekanatskantor Norbert Gubelius – wird einer der Schwerpunkte des Wirkens der Pfarrerin bleiben. Und dass diese Musik für die Gläubigen sehr viel mehr sein kann, als eine Quelle der Erbauung, und zwar „die angemessene Antwort auf Gottes Güte und Barmherzigkeit“, das legte Karin Becker in ihrer Predigt dar: „Mit den alten Kirchenliedern ist uns ein kostbarer Schatz überliefert. Als Musikerin, Pfarrerin und Theologin ist es eine meiner wichtigen Aufgaben, dafür zu sorgen, dass die nächsten Generationen auch noch etwas davon vorfinden und dass sie wissen und erfahren, warum wir uns hier in der Kirche immer noch treffen, und das ist keine Folklore, das tun wir aus Überzeugung“.

 

Im Anschluss an den Festgottesdienst brachte die Bürgermeisterin Wackernheims, Sybille Vogt, noch eine andere „Saite“, der neuen Wackernheimer Pfarrerin zum Klingen: Sie erinnerte nicht nur an den Wackernheimer Schlauch-Trompeten-Chor "POSCHORjunior" der auf Beckers Zeit als Pfarrkarin weist, sondern auch an eine andere große Leidenschaft der Theologin: die Schafe. Derzeit steht das "Flaschenschaf" der Pfarrerin zusammen mit ihren Lämmern und weiteren munteren Artgenossen in Nieder-Hilbersheim auf der Weide und grasen. Demnächst werden diese von den Wackernheimer und Appenheimer Gottesdienstkindern besucht werden. Und so überreichte Sybille Vogt Karin Becker einen neuen hölzernen Hirtenstab mit den Worten: „Der Glaube muss seinen Platz in der Gesellschaft haben, und da ist es wichtig, dass der Pfarrer vor Ort ist. Die Wackernheimer Schäfchen werden ihnen wieder anvertraut. Aber die Herde muss im Zaum gehalten werden. Damit Ihnen dies gelingt, überreiche ich ihnen einen neuen Hirtenstab als Geschenk“.

 

 

 

Erstes Bild:

 

Kurz vor dem Festgottesdienst zur Amtseinführung von Karin Becker als neue evangelische Pfarrerin Wackernheims: Erika Hagemann, Pfarrerin von Wackernheims Nachbargemeinde Heidesheim, die neue Amtsinhaberin Karin Becker, Dekanin Annette Stegmann, der Vorsitzende des Wackernheimer Kirchenvorstands Birger Beck mit seiner Stellvertreterin Ingrid Meyer.